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Mittwoch, den 13. Januar 2010 um 13:19 Uhr

Der Uhu und der Igel


Plumps!! „Autsch !!“ rief ich, als ich aus meinem Nest fiel und auf den Stacheln eines kleinen Igels landete, der gerade vorbei lief. Ich bin ein kleiner Uhu, der mit seinen drei Brüdern und zwei Schwestern in unserem gemütlichen Uhunest geschlüpft ist. Wir alle sind noch klein flauschig und kuscheln gerne. Meine Eltern haben Federn und können fliegen. Dass ich an diesem Tag aus meinem Nest fiel, ist der Anfang meiner abenteuerlichen Geschichte. „Pass auf, wo du hinfällst,“ sagte der Igel und guckte mich böse an. „Oh Entschuldigung, ich wollte nicht auf dich fallen. Wer bist du und warum bist du so stachelig?“ fragte ich neugierig. „Alle meine Brüder und Schwestern sind ganz flauschig.“ „Alle meine Brüder und Schwestern sind so stachelig wie ich,“ antwortete der Igel, „falls jemand auf uns drauffällt. Komm mit, ich stelle sie dir vor.“ Wir gingen langsam und gemütlich durch den Wald, erzählten von unserem Leben und wurden Freunde. In der Igelhöhle wunderten sich die Eltern und Geschwister des Igels: „Was hast du für einen flauschigen Freund?“ „Das ist ein kleiner Uhu, er ist aus dem Nest gefallen und direkt auf meine Stacheln. Kann er bei uns bleiben? Und er soll auch so heißen wie wir, damit jeder sofort merkt, dass er zu uns gehört.“ Von da an nannten sie mich Igel. Ich spielte den ganzen Sommer lang mit den Igelkindern und nachts wollte jeder neben mit schlafen, weil ich so flauschig war. Eines Tages spielten wir am Bach, als einer meiner Igelbrüder ins Wasser fiel. Sofort ging er unter, weil er nicht schwimmen konnte. Alle Igelkinder standen am Ufer und hatten große Angst, dass ihr Igelbruder ertrinken würde. Da spreizte ich zum ersten Mal in meinem Leben meine Flügel, hob ab und flog so schnell ich konnte zur Rettung des kleinen Igels. Mit meinen Krallen zog ich ihn aus dem Wasser und legte ihn vorsichtig ans Ufer. Alle waren überglücklich und erzählten sich noch den ganzen Abend von der glücklichen Rettung. Dadurch aber war mir eingefallen dass ich eigentlich ein Uhu war und kein Igel und ich musste der Igelfamilie mitteilen, dass ich zurück zu meiner eigenen Familie musste. Sie fragte verblüfft: “Wieso?“ „Weil aus meinem Flausch Federn geworden sind und weil ich ein Uhu bin und kein Igel,“ antwortete ich traurig. Alle nahmen Abschied von mir und der Igel, der mich gebracht hatte, führte mich zurück zu dem Nest meiner Eltern. Meine Uhueltern und Uhugeschwister freuten sich so sehr, dass ich wider da war. Ich stellte ihnen den Igel als meinen besten Freund vor und wir verabredeten und für den nächsten Tag im Wald.

Conor O’Reilly (4. Klasse)

 

Die Meistergaunermäuse und der Uhu Polente


Es war Nacht, finstere Nacht, die Zeit der Uhus und Eulen. Lautlos flogen sie umher, auf der Suche nach Mäusen und Hasen. Mit ihren gelb schillernden Augen erspähten sie so manches Beutetier. Und genau das durfte Speedy und Micky, den zwei Meistergaunermäusen heute Nacht nicht passieren. Nicht heute! Denn als es noch hell war, hatte ein Sonderkommando der „Spy-Schweizer-Käse“ ein besonders fettes, saftiges Stück Gouda im Supermarkt Real gesichtet, das die Überlebenschance des Mäusebaus bedeuten konnte. Ihr Bau in der Kanalisation war nämlich in Hungersnot geraten, seit die Uhupatroullien in Häusern und Märkten ihre Zentralnester bauten. Und genau mit solch einer Patroullie mussten sie im Realmarkt rechnen. Mit Raupenhärchenstiefeln kletterten sie die kalte, dreckige Steinwand des Supermarktes hoch. Auf dem Dach mussten sie über die glitschigen Steine und den Dachasphalt kriechen, bis Micky plötzlich einen Lüftungsschacht entdeckte. Eine Schnur an einem Metallpfosten verhalf ihnen zum unbemerkten Einzug in den riesigen Laden! Unbemerkt!? Oh, nein! Hätten die zwei doch nur den Schatten gesehen, der lautlos wie Batman über dem Kaufhaus schwebte! Der Uhu Polente! Der Uhu hatte mit seinen scharfen Augen die Mäuse erspäht und sah in ihnen sein Abendbrot. Dank seiner Klugheit fand er auch einen Weg in die Käseabteilung. Micky und Speedy schwangen sich inzwischen mit Hilfe eines Fallschirms, der vorher einem Plastikhelden gehört hatte, vom Regal. Sie ahnten nicht, dass an ihrem Ziel ein stiller Jäger auf sie lauerte! Mit Hilfe seiner spitzen Ohren ortete er die Käseklauer sofort. Nun waren es nur noch ein paar Meter bis zum Gouda! Die Mäuse rannten jetzt. Der Käse musste schnell und sicher nach Hause transportiert werden. Micky riss ein Papiertaschentuch aus dem Regal mit den Hygieneartikeln und sie begannen den duftenden Gouda darin einzuwickeln. Da plötzlich schoss die Polente auf sie nieder. Sie konnten gerade noch mit Käse entwischen. Der Uhu kreischte! Seine Beute war entwischt! Diese teilte gerade den Käse im Konfitürenregal in zwei Teile auf. Jeder sollte eines schleppen. Da riss Speedy plötzlich ein Glas Aprikosenmarmelade um, das klirrend auf dem Boden zerbrach. Die klebrige Masse ergoss sich über die Steinfliesen und der Uhu wusste natürlich sofort, wo sich seine Opfer befanden! Eine wilde Jagd begann! Der Uhu schoss wie ein Blitz durch die Gänge, konnte die Mäuse aber nicht erreichen. Sie konnten entkommen! Der Uhu stieg schreiend in den Nachthimmel auf und beschloss die Mäuse zu vernichten. Für diese wurde es nach einiger Zeit immer gefährlicher in der Stadt, bis Nager, der Anführer, beschloss aufs Land zu ziehen. Dort fanden sie auch einen Bauern mit einer prall gefüllten Speisekammer! Doch die Mäusediebe werden ihr Abenteuer nie vergessen! Denn der Uhu war so ein fantastisches Tier, das keine Maus oder kein Hase je eine Chance gegen ihn, den König der Nacht, haben würde.

Lukas Wahden (10 Jahre)

 

Leider keine Nachbarn als Vorspeise


Eines schönen Tages ging Herr Uhu raus, um ein Gewölle auszuwürgen. Da sah er, wie Herrn und Frau Mäuserichs Enkel Robbie herauskam und Fußball spielen wollte. Da stürzte sich Herr Uhu auf Robbie. Aber Opa Mäuserich kam an und haute Herrn Uhu mit dem Krückstock auf die Nase. Er schrie dabei: „Wer meinen Enkel Robbie aufmampfen will, muss erst Karl Mäuserich aufessen, ha!“ Herr Uhu sagte: „Lecker, zwei auf einen Streich!“ Frau Uhu kam heraus und rief: „Schatz, das Essen ist fertig, kommst du?“ „Ja sofort, ich muss nur noch Robbie und Karl Mäuserich als Vorspeise essen,“ antwortete Herr Uhu. Aber Frau Uhu rief: „Mensch, wie oft habe ich dir schon gesagt, du sollst die Nachbarn nicht essen. Jetzt komm:“ Traurig und wütend zugleich flog Herr Uhu nach Hause.

Sarah Fornefeld (4. Klasse)

 

Koraks, der Retter des Waldes


Hallo, ich bin Koraks. Ich wohne bei meinem Herrchen Abraxas, einem Zauberer, in einem Zauberwald. Dort können alle jeden verstehen. Übrigens ich bin ein Uhu. Leider trampeln oft Menschen durch unser Zuhause. Zum Glück verschwinden sie meistens schnell wieder.
Aber jetzt ist alles anders. Dr. Bödenhoss ist der neue Direktor der Firma Bau und Schlau geworden. Jetzt will er in unserem Wald die Bäume fällen lassen. An diesem Platz soll eine Fabrik gebaut werden. Schon seit zwei Tagen kann man wegen des Lärms kein Auge mehr zumachen. Außerdem verscheucht er mein Futter und mir knurrt der Magen schon lange. Abraxas hat schon einmal versucht, mir Mäuse zu zaubern, aber all was dabei herausgekommen ist, waren ein paar graue Kieselsteine. Als ich mit meiner Freundin, der Eule Flora, spazieren flog, hörte ich, wie ein Baum umstürzte. Kurz darauf folgte ein jämmerliches Geschrei. Eine junge Uhudame war unter dem Baum eingeklemmt. Trotz meines Hungers, flog ich zu ihr, um sie zu befreien. Flora folgte mir. Ich krächzte „Halten sie durch, ich werde sie befreien. Ich hole meinen Herren Abraxas, der wird ihnen sicher helfen können.“ „Ich bleibe in der Zwischenzeit bei ihnen“, sagte Flora zu der Dame. Ich flog so schnell ich konnte zu Abraxas. Als ich ihm alles erklärt hatte, runzelte er die Stirn, kratzte sich am Bart und sagte: „Wenn du mir Spinnweben, Schneeglöckchen und Birkenrinde bringst, kann ich vielleicht einen Schwebetrank herstellen.“ Schnell besorgte ich die gewünschten Zutaten. Als ich wiederkam, hatte Abraxas schon einen Kessel auf das Feuer gesetzt. Er füllte eine schimmernde, grüne Flüssigkeit hinein. Während er seltsame und unverständliche Worte murmelte, bröselte er die von mir gebrachten Dinge hinein. Er tanzte um den Kessel herum und füllte das Gebräu dann in einer kleinen Flasche ab. Damit flog ich zum Baum, wo mich Flora schon sehnsüchtig erwartete.
Ich tröpfelte ein wenig von der Flüssigkeit auf den Stamm. Der begann sofort, nach oben zu schweben, und die Uhudame war befreit. Der Baum flog aber noch weiter und fiel genau auf den Trecker, in dem Dr. Bödenhoss saß. Torkelnd stieg dieser aus und fragte „Wo bin ich? Was soll dieser Lärm? Und wie heiße ich überhaupt?“ Herr Bödenhoss hatte doch tatsächlich seine Gedächtnis verloren! Er sah sich um und rief: „Was für ein schöner Wald. Was soll denn der Lärm? Ich will doch ein Nickerchen machen! Das Unternehmen wird abgebrochen.“ Und noch am gleichen Tag rückten alle Arbeiter mit ihren Fahrzeugen ab. Die Uhudame blieb bei uns, und nachdem sie sich von ihrem Unfall erholt hatte, erlebten wir noch viele gemeinsame Abenteuer. Ach ja, ich vergaß zu sagen, dass wir heirateten und viele Kinder bekamen.

Paula Maoro (4. Klasse)

 

Eine alte Uhugeschichte


Eines Tages, es ist noch nicht lange her, ging ich zu meiner alten Großmutter. Ich habe ihr erzählt, dass wir in der Schule über den Uhu sprechen. Ich heiße übrigens Tina und lebe in einem kleinen Dorf. Großmutter erzählte mir ständig alte Geschichten, diesmal fiel ihr eine Geschichte zum Thema Uhu ein: „Früher, als ich noch klein war, haben wir Kinder immer Beeren, Kräuter und Pilze im Wald gesammelt. Das war unsere Aufgabe. Eines Tages musste ich wieder Pilze sammeln. Mein kleiner Bruder ging mit mir, auch wenn er noch keinen Pilz von einer Wurzel unterscheiden konnte. Wir gingen einen schmalen Waldweg entlang, als ich plötzlich einen Uhu sah. Er lag auf der Erde und rührte sich nicht. Ein Flügel blutete stark. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, doch da kam ein alter Mann zwischen den Bäumen hervor. Er fragte mich, was denn los sei. Als er den Uhu sah, erschrak er. Langsam kam er näher und betrachtete ihn. Der Mann schien den Uhu zu kennen, denn er sagte ständig zu ihm „Wendja“, aber Wendja war tot. Es war anscheinend ein Uhuweibchen und wunderschön. Der Mann schaute bedrückt auf, nahm sein Halstuch ab und wickelte den toten Uhu vorsichtig darin ein. Traurig verschwand er wieder. Ich war erstaunt, dass jemand so um einen Uhu trauern konnte. Mein kleiner Bruder hatte von all dem nichts mitbekommen, denn er kam gerade mit einer Baumwurzel zurück.“ Großmutter erklärte mir, dass die Uhus früher nicht beliebt waren. Man bezeichnete sie als Geister- oder Schadvögel. Darum war es für sie so erstaunlich, dass es Menschen gab, die einen Uhu zum Freund hatten.

Susann Buschmeier (4. Klasse)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 13. Januar 2010 um 13:22 Uhr