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Freitag, den 14. Mai 2010 um 09:46 Uhr

 

 

Breders Meilertagebuch

 

 

05.07.2004

Nach fast einem Jahr Vorbereitung ist es nun so weit. Der Kohlenmeiler in Gellinghausen soll aufgestapelt werden.

Die Meilerplatte ist mit Hilfe der Altenauschüler von Grasbewuchs frei gemacht worden in einem waagerechten Profil hergerichtet.

Das Holz, stolze 50 Raummeter Buche, wurde im Januar 2004 von der Ausbildungsrotte Gellinghausen eingeschlagen, mit Pferd vorgerückt und mit Kranrückewagen zum Meilerplatz im Ritterholz (Abt. 506a) gebracht. Die auf 6 m. Länge aufgearbeiteten Stämme wurden zu einem großen Teil von den Auszubildenden auf 1 m Länge eingeschnitten, gestalten und aufgeschichtet, aber auch die Schüler der Altenauschule aus der AG „Abenteuer Natur“ haben etliche Raummeter mit Handsägen eingeschnitten, gespalten und aufgestapelt. Aus Ringelstein haben Schüler und Auszubildende 2 große Haufen Stübbe (Erde von einer alten Meilerstelle) und zwei weitere Haufen mit Grasplaggen von Drahtschmiele geholt und an der Meilerplatte abgeladen. Diese Aktionen fanden am 29.06.2004 und am 01.07.2004 statt.

Der Stolz der AG „Abenteuer Natur“ ist natürlich die tolle Köhlerhütte, die sie mit viel Liebe in sechseckiger Form errichtet haben, mit Abschwarten belegt und diese wiederum mit Drahtschmiele-Plaggen abgedeckt haben. Die Hütte ist knapp 6 Meter hoch und hat einen „Durchmesser“ von 4 Metern.

 

Herr Karl-Heinz Ulrich aus Hirschberg ist unser Köhler.

 

Herr Ulrich kommt heute um 7.30 Uhr zum Meilerplatz. Mit unseren Vorarbeiten ist der Köhler zufrieden und nach kurzer Vorbesprechung wird der Mittelpunkt des Meilers auf der Meilerplatte festgelegt. 3 vorbereitete Eschenstangen werden angespitzt und um den Mittelpunkt mit jeweils 30 cm Abstand in den Boden gerammt. Jetzt muss ein Stellkranz aus Eschenästen auf ca. 90 cm Höhe angebracht werden, der den Stangen halt gibt und das Anstellen der Meterhölzer ermöglicht.

Viele Hände reichen nun die Holzscheite in Richtung Meiler und der erste Ring um die 3 Eschenstangen, die später den Quandelschacht des Meilers bilden werden, wächst schnell.

Nachdem die angestellten Scheite jetzt auf etwa 1 Meter tiefe stehen, wird auf ca. 1,9 m Höhe der zweite Stellkranz für die zweite Schicht der Meterhölzer angelegt. Die ersten Hölzer für die zweite Schicht werden auch sofort angelegt.

So geht es weiter und nachdem auch die zweite Schicht auf etwa einen Meter Stärke angewachsen ist, wird der dritte Stellkranz angelegt.

Dank der vielen helfenden Hände von Schülern, Auszubildenden, Lehrern und Forstwirten wächst der Meiler schnell in Breite und Höhe. Herr Ulrich korrigiert immer wieder, fordert kürzere oder kleinere Holzstücke für diverse Hohlräume und sorgt dafür, dass die äußeren Holzstücke nicht mehr ganz senkrecht stehen, damit der Meiler eine schöne Halbkugel wird.

Das Wetter ist nicht berauschen. Immer wieder kommen teilweise heftige Regengüsse herunter, die unsere Meilerplatte in eine glitschige Schlunderbahn verwandeln.

Gegen Mittag ist das Holz geschichtet. Alle haben, trotz miesem Wetter, toll mitgezogen. Der Meiler hat jetzt am Fuß einen Durchmesser von 8 Meter und ist etwa 3,50 Meter hoch. Es sind gut 40 Raummeter Buche „verbaut“ worden.

Der Meiler muss jetzt mit den Grasplaggen belegt werden und zwar so, dass die grüne Seite der Plaggen auf dem Holz liegt. Wir beginnen, den Meiler von dessen Fuß her zu belegen. Nachdem der Meiler komplett mit Grasplaggen belegt ist, wird er mit der Stübbe beworfen, aber nur so stark, dass er leicht geschwärzt erscheint.

 

Es ist 15.00 Uhr und der Meiler ist für das morgige Anzünden vorbereitet.

Alle Arbeiten hat ein Team des WDR (Kinderzeit) begleitet und die Klasse 5b der Altenauschule hat tolle Inteviews geführt und hintergründiges für das Fernsehen gefilmt.

Der Film soll in der WDR Lokalzeit am 16.07.2004 ausgestrahlt werden.

 

 

06.07.2004

Die Forstwirte Gregor Zilles und Michael Dorstewitz haben heute morgen in der Feuerstelle vor der Köhlerhütte ein Lagerfeuer entzündet. Nachdem das Feuer gut durchgebrannt ist, wird es mit Meterholz-Scheiten umstellt und diese werden mit Grasplaggen abgedeckt. Nach zwei Stunden hat unser kleiner Meiler (Fuchs), der übrigens schon gewaltig gequalmt hat, eine tolle, heiße Glut.

Herr Ulrich ist gegen 8.30 Uhr am Meiler und bereitet alles für das Anzünden vor. Einige kürzere Holzstücke werden auf den Meiler gebracht, ein Blechdeckel und einige Graplaggen.

Es findet sich immer mehr Publikum ein, welches das Geschehen aufmerksam verfolgt.

 

Das Wetter ist heute sehr schön. Wir haben blauen Himmel und es soll ein wunderschöner Sommertag werden.

 

Um 10.00 Uhr gehen Björn Thiele (Schüler) und Guido Posor (Forstwirt-Auszubildender) auf den Meiler. Weitere Auszubildende und Schüler bilden eine Kette von der Feuerstelle zum Meiler. Herr Ulrich nimmt mit einer Schaufel Glut aus dem „Fuchs“ und gibt sie über die Kette zum Meiler, wo die Glut von Björn und Guido in den Quandelschacht gefüllt wird.

Es folgen noch einige Schaufeln mit Glut, dann geht Herr Ulrich auf den Meiler und wirft das vorbereitete Holz in den Quandelschacht. Der Blechdeckel wird zum Verschließen auf den Quandelschacht gelegt und zwar so lange, bis Qualm aus dem Schacht steigt. Jetzt wird nochmals Glut und Holz nachgefüllt, bis der Schacht voll ist. Der Meiler kann endgültig mit Gras und Stübbe geschlossen werden.

Schon nach kurzer Zeit zeigt sich gelb-weißer Qualm um die Meilerkuppe. An der Farbe des Qualms erkennt der Köhler, wie die Verbrennung abläuft. Weißer Qualm ist gut und zeigt, dass Feuchtigkeit aus dem Holz entweicht. Blauer Qualm muss sofort mit Plaggen oder Stübbe erstickt werden, weil er eine offene Verbrennung ankündigt.

Im Laufe der folgenden Stunden ziehen die Qualmwolken am Mantel des Meiler von der Kuppe weiter in Richtung Fuß. Der Köhler erkennt, dass sich die Glut nach unten ausbreitet.

Das Meilerteam muss immer mal wieder blauen Qualm ersticken, aber der Meiler verhält sich ordentlich und unser Köhler ist zufrieden.

Die Rauchentwicklung auf dem Platz ist enorm, aber ca. 18000 Liter Feuchtigkeit, die aus dem Holz entweichen sollen, müssen schließlich irgendwo hin.

Immer neue Zuschauer erscheinen und stellen interessierte Fragen. Die häufigsten Fragen werden zum Anzünden gestellt, da sich nur sehr wenige Leute vorstellen können, wie man einen so großen Haufen Holz anzündet.

Das Kinderzeit Team und die 5b haben auch heute wieder gefilmt

Es ist nach 20.00 Uhr. Die Nachtwache ist da. Der Meiler wird heute Nacht von Herrn Ulrich, Michael Dorstewitz, Guido Posor, Sascha Bewermeier, Herrn Rotmann, Sebastian Heggen und Mark André Finke betreut.

 

07.07.2004

Heute morgen um 7.00 Uhr klingelt mein Telefon. Herr Salmen, unser Forstwirtschaftsmeister, ist dran und sagt, dass die Nachtwache fast die gesamte Stübbe verbraucht hat und dringend neue Stübbe aus Ringelstein geholt werden muss. Mit ein paar Telefonanrufen ist schnell geklärt, dass die Stübbe per Frontlader aufgeladen werden kann und zusätzlich noch ei Flachwagen voll Stübbe von Herrn Schlüter aus Ringelstein gebracht wird.

Als ich gegen 7.30 Uhr am Meiler eintreffe ist die Nachtwache bereits weg und die Frühschicht eingetroffen.

Herr Ulrich berichtet mir, dass der Meiler in der letzten Nacht um 22.00 Uhr, um 24.00 Uhr und um 02.00 Uhr heftige Ausbrüche hatte, die intensiv mit Plaggen und Stübbe bekämpft werden mussten. Die Nacht war sehr unruhig und anstrengend.

Der Meiler hat einige Einbrüche erlitten und sieht etwas deformiert aus. An einer Stelle droht die Kuppe abrutschen, was einen weiteren Ausbruch zur Folge hätte.

Als Herr Salmen mit der Stübbe da ist, öffnet Herr Ulrich die eingebrochene Stelle am Meiler. Jetzt ist schnelles Handeln wichtig. Die Stelle wird mit vorbereiteten kurzen Hölzern ausgefüllt und mit Meterscheiten belegt. Jetzt werden Grasplaggen zum Belegen gefordert und zum Schluss kommt Stübbe darauf, bis kein blauer Qualm mehr zu sehen ist.

Bei dieser Gelegenheit ernten wir schon die ersten Kohlestücke aus unserem Meiler.

Der Meiler kommt an der Seite zu Köhlerhütte nicht richtig nach mit der Verkohlung, so dass Zuglöcher gestoßen werden.

An 2 Stellen muss der Meiler noch durch einlegen von Holz statisch stabilisiert werden, damit keine weiteren Einbrüche passieren. Die „Operationen“ gelingen, wie oben beschrieben, ganz prima. Der Meiler ist wieder in Form.

Die Verkohlung läuft recht gut weiter. Es muss nur ab und zu blauer Qualm bekämpft werden, aber das haben die Meilerwachen gut im Griff.

Das Interesse an unserem Meiler ist nach wie vor sehr gut und das Team muss immer wieder viele Fragen beantworten.

Gegen 20.00 Uhr ist die Nachtwache da. Heute übernimmt, neben Herrn Ulrich, Gregor Zilles, André Glöckler und Pierre Buchholz die Nachtwache.

Herr Ulrich will den Meiler für die Nacht ruhig stellen, damit die Wache ruhiger wird, als die Letzte.

Kurz nach 20,00 Uhr verlasse ich den Meiler.

Mir bereitet der Wetterbericht mit Unwetterwarnung, Hagel und Gewittersturm Sorge. Bis jetzt, es ist 23.00 Uhr, ist es in Gellinghausen noch ruhig und halbwegs trocken.

Ich hoffe, das bleibt auch so.

08.07.2004

Gott sei dank, es hat in der Nacht kein Unwetter gegeben!

Ich bin um 7.30 Uhr heute früh am Meiler. Die Nachtwache ist bereits nach Hause gegeangen, aber unser nimmermüder Köhler Karl-Heinz Ulrich berichtet mir, dass die Nacht ruhig verlaufen ist und für ihn sogar etwas Schlaf drin war.

Der Meiler hat an zwei Stellen leichte Einbrüche, die am Vormittag aufgebrochen werden sollen.

Das Wetter sieht gut aus, es ist trocken, deshalb gehen wir die „Operation“ gleich an und ernten dabei eine Menge Kohle, die auf Blechen auskühlt und gelöscht wird. Herr Ulrich nimmt am Vormittag auch noch die Kuppe des Meilers in Angriff und zieht die Plaggen ab. Es rieselt sehr viel Stübbe herunter, die prima zum Abdichten der Kuppe verwendet werden kann aber auch wunderbar klingelnde Kohle ist dabei.

Das Klingeln der Kohle beim Aufbrechen des Meilers ist ein Merkmal für hervorragende Qualität, sagt Herr Ulrich.

Nach den Aktionen haben wir die ersten 55 kg Holzkohle im Sack. Die Kohle findet auch gleich den ersten Abnehmer. Ich denke, es wird kein Problem werden, die Kohle aus unserem Meiler an den Mann zu bringen.

Am Nachmittag bekommen wir am Meiler ein Gewitter. Es regnet wie aus Eimern und das Köhlerteam findet nur in der Köhlerhütte ein trockenes Plätzchen. Nach dem Gewitter wird der Meiler begutachtet und Herr Ulrich stellt fest, dass keine Schäden zu verzeichnen sind, selbst die Aufbruchstellen haben den regen gut überstanden.

Der „Patt“ um den Meiler hat an einigen Stellen ziemlich viel Wasser, das aber über zwei schnell angelegte Gräben rasch abfließt.

Unser Meiler dürfte jetzt zu 70-75 % verkohlt sein. Die Seit zum Frauental hin befindet sich schon in der Abkühlphase, während die gegenüberliegende Seite noch weiter glühen muß. Herr Ulrich hat hier einige Zuglöcher gestoßen.

Gegen 17.00 Uhr muß uns Herr Ulrich leider bis zum Samstag verlassen. Gregor Zilles und ich werden eingewiesen, um 20.00 Uhr die Zuglöcher zu schließen und damit den Meiler zu beruhigen. Am Freitag Morgen soll Gregor, der Frühschicht hat, die Zuglöcher wieder öffnen, damit der Meiler weiter „schröggeln“ kann.

Um kurz vor 20.00 Uhr ist dann die Nachtwache da, Herr Rammert, Stefan Lackes, Benedikt Hesse, Christoph Kröger und Arne Brämisch. Herr Salmen kommt auf Grund einer familiären Angelegenheit etwas später.

Ich weise die Nachtschicht ein, dabei entdecken wir noch einige Glutherde, die abgedichtet werden müssen.

Die Nachtschicht fühlt sich jetzt ausreichen eingewiesen und ich verlasse gegen 20.30 Uhr den Meiler.

 

 

09.07.2004

Um 7.30 Uhr bin ich wie üblich am Meiler.

Das Wetter ist trocken.

In der Nacht hat es keine Probleme mit dem Meiler gegeben. Es hat nicht geregnet und die Nachtwache hatte nur an den zwei kleineren Einbrüchen am Meiler einige Katzenaugen (Glutlöcher) zu stopfen.

Die Frühschicht mit Gregor Zilles hat die Zuglöcher an den noch nicht verkohlten Teilbereichen des Meilers wieder geöffnet. Er „schröggelt“ wieder weiter.

Der Vormittag verläuft danach ruhig. Wir haben, genau wie die Nachtschicht, einige Katzenaugen zu stopfen. Der Morgen bleibt vom Wetter her trocken.

Am Meiler finden sich immer wieder Besucher ein. Um 9.45 treffen die beiden ersten Klassen aus Etteln am Meiler ein und gegen 10.00 Uhr besuchen uns die Kollegen vom Forstamt Paderborn. Um 11.00 ist eine 9. Klasse der Altenauschule am Platz und zwischendurch schauen immer wieder interessierte Besucher vorbei. Jeder Besucher wird begrüßt und bekommt den Meiler von uns erläutert.

Es fällt auf, das an unserem Meiler immer eine positive Stimmung herrscht. Alle Besucher sind gut gelaunt und finden unser Meilerprojekt sehr gelungen. Die positive Resonanz bei unseren Besuchern überträgt sich auch auf das Meilerteam.

Am späteren Nachmittag wird das Wetter schlechter. Aus vereinzelten Schauern wird Nieselregen und später dann länger anhaltender Regen.

Die zum Frauental gerichtete Seite des Meilers ist vollkommen zur Ruhe gekommen, während auf der gegenüber liegenden Seite das noch stehende Holz weiter zu verkohlen scheint.

Auch im strömenden Regen bekommen wir immer wieder Besuch. Einige Leute sind jetzt schon zum dritten und vierten Mal bei unserem Kohlehaufen gewesen.

Ab 20.00 Uhr ist die Nachtschicht da. Jan Preller und seine bessere Hälfte sowie Stefan Langen und Niklas übernehmen die Verantwortung für den Meiler. Ach ja, Paula, der Köhlerhund wacht auch noch mit.

Die Zuglöcher sind werden dicht gemacht und der Meiler kommt zur Ruhe, da erscheint Herr Rotmann am Meilerplatz und bringt eine Würstchenbude für das Meilerfest mit, die unbedingt jetzt und sofort noch aufgebaut werden muss.

Nachdem die Bude steht, verlasse ich gegen 20.45 Uhr den Platz.

Morgen habe ich Frühschicht und muss um 6.00 Uhr wieder da sein. Am Samstag kommt auch Herr Ulrich wieder und wir werden den Meiler weiter aufbrechen und Kohle ernten.

Ab Samstag nachmittag haben wir dann wieder Kohle im Angebot (1 kg kostet 1,-Euro).

Jetzt ist es 22.30 Uhr und ein Blick vor die Tür zeigt Regenwetter. Hoffentlich bleibt der Meiler ruhig und es verbrennt nicht zuviel Kohle, denn Wasser fördert die Kohleverbrennung im Meiler.

Gegen 20.30 Uhr verlasse ich den Meilerplatz

 

 

10.07.2004

Heute bin ich um kurz vor 6 Uhr am Meilerplatz. Jan Preller erzählt mir, dass die Nacht sehr unruhig war. Der Meiler hat, wahrscheinlich auf Grund des Regens, ständig Katzenaugen gezeigt, die gelöscht werden mussten.

Meine Mitstreiter heute in der Frühschicht sind Guido Posor und Sascha Bewermeier.

Wir umkreisen den Meiler auf der Suche nach Katzenlöchern , die aber jetzt doch eher seltener auftreten. Vielleicht sieht man sie nachts auch nur besser.

Der Meiler ist an der oberen Seite, an der ja noch unverkohltes Holz steht, erheblich weiter gekommen. Die Seite in Richtung Frauental ist fast ganz zur Ruhe gekommen.

Der Platz am Meiler ist auf Grund der Regenfälle ziemlich matschig und rutschig geworden. Das bessert sich aber schnell wieder, wenn die Sonne herauskommt und etwas Wind dazu weht.

Gegen 9.00 Uhr kommt Herr Ulrich. Wir nehmen gleich den Fuß des Meilers in Angriff und können schon wieder einiges an Kohle werben. Unverkohlte Stücke werden in Glutnester an der oberen Seite des Meilers gesteckt. Herr Ulricht bessert noch einige Zuglöcher an den unverkohlten Partien nach und zieht dann die Reste der verbliebenen Grasplaggen ab. Als das geschehen ist, ziehen wir uns aus dem Regen zurück an die überdachte Sitzgruppe bei der Köhlerhütte.

Gegen 10.45 Uhr hört es auf zu regnen und wir wollen uns an den ersten Ausbruch für heute machen. Herr Ulrich zieht an der unteren, ruhigen Seite des Meilers sehr gute Holzkohle heraus und unsere Ablöschbleche sind schnell belegt. Nachdem die Kohle so weit abgekühlt ist, dass sie abgesackt werden kann, füllen wir die ersten Säcke.

Wir räumen den Meiler noch an zwei weiteren Stellen aus, bevor Herr Ulrich um kurz vor 14.00 Uhr an die Kuppe des Meilers geht. Herr Schröder ist mit seinen Schülern bereits da und auch Arne Brämisch und Christoph Kröger haben ihren Dienst schon angetreten. Die Kohle aus der Kuppe ist noch sehr heiß und muß deshalb mit ordentlich Wasser gelöscht werden, damit sie nicht verbrennt. Diese Prozedur ist etwas stressig, aber wir meistern sie.

Gegen 15.00 Uhr verlasse ich den Platz. Es sind jetzt schon einige Säcke mit 5,-, 10,- und 15,- KG Gewicht abgefüllt und die ersten Besucher haben auch gleich einige Säcke gekauft.

Um 20.00 Uhr habe ich Nachtwache. Mal sehen, was die Nacht so bringt. Im Augenblick, es ist jetzt 17.00 Uhr schein hier in Gellinghausen die Sonne. Hoffentlich bleibt das Wetter so, wenigsten trocken könnte es bleiben. Herr Ulrich fährt auch gleich nach Hause und kommt morgen zurück, um den Meiler weiter auszuräumen.

 

 

10.07.2004-11.07.2004 ( Nachtwache )

Meine Nachtwache am Meiler steht an. Das Wetter hat sich prima gehalten, wir haben sogar blauen Himmel.

Um 19.50 Uhr bin ich am Meiler und habe meine Familie im Schlepp. Volker Wascher, der heute gemeinsam mit Andreas und Markus Gieseke sowie Johannes Wipperman, alle aus der 5c der Altenauschule, mit mir die Wache übernimmt ist auch schon da.

Jan Preller übergibt uns einen tadellos intakten Meiler. Herr Ulrich hat gesagt, dass weitere Katzenaugen nur noch mit Stübbe abzudecken sind. Die Verkohlung an der oberen Seite des Meilers ist weiter fortgeschritten und genau in dem Bereich ist er auch noch etwas unruhiger. Die Seite zum Frauental hin kühlt nach dem heutigen Ausbrechen von Kohle weiter ab.

Wir, die Nachtwache, richten uns am Meiler häuslich ein. Zunächst ist ein abendliches Grillen geplant, um gestärkt in die Nacht zu gehen. Das Grillen verzögert sich aber, weil gegen 21.00 Uhr die 4. Klasse der Grundschule Kirchborchen mit Eltern zum Meiler kommt. Im Rahmen der Abschlusswanderung, ist der Meiler ihr Ziel. Kinder und Eltern folgen unseren Erläuterungen und sind begeistert vom Meilerprojekt.

Nachdem der Platz am Meiler wieder nur uns gehört, stärken wir uns und behalten den Meiler im Blick. Es sind nur einige Katzenaugen zu stopfen und die Jungs haben ihren Spaß an der Feuerstelle.

Die Nacht verläuft sehr ruhig und gegen 2.00 Uhr verlassen meine Frau und meine Tochter Stefanie den Platz. Zu Hause wartet ein gemütliches Bett.

Markus und Johannes schlafen schon seit einiger Zeit im Bauwagen der Altenauschule. Andreas und mein Sohn Fabian halten am Feuer weiter Wache.

Gegen 2.30 Uhr legt sich auch Volker Wascher für ein kurzes Nickerchen in die Köhlerhütte.

Ab 3.00 Uhr habe ich Mühe, wach zu bleiben, aber als dann gegen 4.30 Uhr die ersten Vögel anfangen zu zwitschern geht es wieder besser. Die Nacht ist immer noch sternenklar.

Der Meiler bleibt wie erwartet ruhig und als um 6.00 Uhr die Ablösung durch Forstwirtschaftsmeister Salmen und die Auszubildenden Arne Brämisch und Christoph Kröger kommt freue ich mich auf eine Dusche und mein Bett.

 

 

11.07.2004

Nachdem ich ausgeschlafen habe, bin ich um 16.30 Uhr wieder am Meiler. Herr Ulrich, unser Köhler, war um 9.00 Uhr am Meiler und hat mit der Frühschicht und danach mit der zweiten Schicht schon wieder einiges an Kohle geerntet. Die ersten 600 kg Holzkohle sind abgesackt.

Der Meiler wurde heute, am Sonntag, besonders gut besucht. 300 kg der geernteten Holzkohle sind schon verkauft.

Das Wetter ist heute Nachmittag wieder sehr wechselhaft. Es regnet oft, aber manchmal kommt auch die Sonne durch.

Für die Ernte der Holzkohle in den nächsten Tagen, wäre ein wenig Sonne zum Trocknen nach dem Ablöschen mit Wasser sehr schön. Na ja, das Wetter müssen wir eben nehmen wie es kommt.

Ich denke, dass wir als Halbzeitresümee festhalten können, dass unser Meiler sehr gut abgebrannt ist und wir mit dem bisherigen Verlauf mehr als zufrieden sein können.

Die Nachtschicht hat heute die Ausbildungsrotte aus Ringelstein übernommen. Ich denke, es wird eine ruhige Nacht werden, da sich der Regen auch wieder verzogen hat und die Nacht klar zu werden scheint.

 

12.07.2004

Es ist 7.30 Uhr und regnet Katzen und Hunde. Am Meiler sind Volker Wascher mit 3 Schülerinnen und Jan Preller. Der Meiler hat die Nacht gut überstanden und ist ziemlich ruhig.

4 Auszubildende und Praktikanten aus Gellinghausen sind auch vor Ort, um Kohle aus dem Meiler zu ernten, was bei dem Regen aber nicht zu empfehlen ist.

Ich habe 2 große Planen mitgebracht, aus denen die Auszubildenden ein Schutzdach für die bereits geerntete und noch nicht abgesackte Kohle errichten sollen. Die Stimmung der Anwesenden ist, gelinde gesagt, gedämpft.

Um 8.30 Uhr verlasse ich den Meilerplatz und folge einer Einladung zum Schützenfrühstück in Etteln. Ich staune, dass der Oberst Ferdi Claes in seiner Ansprache unser Meilerprojekt anspricht und sich bei dem Team und mir für die Durchführung des Projektes bedankt. Die Resonanz auf unseren Meiler kommt immer häufiger und ist stets positiv.

Um 16.00 Uhr bin ich dann wieder am Meiler. Ich glaube, ich bin wirklich schon süchtig nach dem „Meilerduft“. Seit heute Mittag hat es aufgehört zu regnen.

Stefan Langen ist seit 14.00 Uhr am Meiler und hat mit den Auszubildenden kräftig Kohle geerntet. Sie haben 250 kg abgesackt und den Meiler wieder geschlossen und ruhig gestellt, da die Auszubildenden jetzt Feierabend haben.

Stefan und ich bleiben noch am Meiler. Um 18.30 Uhr erleben wir eine sehr nette Überraschung. Das Ehepaar Meschede, unsere Nachbarn vom Burgweg, bringt uns einen selbst gebackenen Kuchen sowie Grillfleisch und Würstchen, um die Belegschaft am Meiler aufzumuntern und sich so für unser Projekt zu bedanken. Das Grillgut und der Kuchen sind hervorragend. Vielen herzlichen Dank liebes Ehepaar Meschede, das war eine ganz tolle Aufmunterung.

Es wird 20.00 Uhr und Michael Dorstewitz, Arne Brämisch und Christoph Kröger kommen zur Nachtwache. Es ist jetzt schon eine ganze Weile trocken geblieben. Der Meiler hat noch 2 kleinere Katzenaugen, die ich mit Stübbe abdichte, dann gehe ich duch die Wallburg nach Hause.

 

13.07.2004

Wie üblich bin ich um 7.30 Uhr am Meiler. Es regnet mal wieder, aber der Wetterbericht sagt ja für die kommenden tage Besserung an. Unser gutes Stück hat die Nacht gut überstanden und die Frühschicht hat schon über 100 kg Kohle geerntet. Die Frühschicht besteht aus Forstwirtschaftsmeister Gottschalk und den zwei Auszubildenden aus Ringelstein. Ab 7.00 wurde die Frühschicht noch von Sascha Bewermeier, Guido Posor und Nils Nölke verstärkt.

Zwischen den Regenfällen gibt es immer wieder Gelegenheit Kohle zu ernten. Dabei werden kleinere Partien des Meilers aufgehackt und die Kohle herausgezogen. Die anfallende Kohle muss dann mit Schottergabeln auf Bleche gegeben werden und sich zeigende Glutstellen werden gezielt mit Wasser aus Gartenspritzen gelöscht. Nach dem Abkühlen und Abtrocknen kann die Kohle dann abgewogen und abgesackt werden. Der Meiler darf nicht zu lange offen stehen, das heißtn, die eingehackten Partien müssen möglichst rasch wieder gerade gezogen und mit Stübbe abgedichtet werden. Der Meiler soll möglichst immer seine Halbkugelform behalten.

Im Laufe des Vormittags haben wir schon etliche Säcke abgefüllt, als gegen 12.15 Uhr plötzlich einer der Auszubildenden ruft: „ Da brennt es“ und in Richtung unseres Kohlenlagers im Bauwagen der Altenauschule rennt. Die Anderen bewaffnen sich sofort mit den Gartenspritzen und sprinten auch zum Bauwagen. Ich habe gerade ein Gespräch mit Besuchern. Die brennenden Säcke sind schnell aus dem Bauwagen herausgeschafft und abgelöscht. Gott sei Dankn ist nicht viel passiert. Die Tüten haben Feuer gefangen, weil in einem Sack noch ein kleines, glühendes Stückchen Holzkohle gewesen sein muss. So kann das kommen!

Ab sofort wird das Kohlenlager nicht mehr aus den Augen gelassen.

Die Kohle aus den beschädigten Säcken wird neu abgefüllt und wir achten jetzt noch genauer darauf, dass keine Glut mehr vorhanden ist, bevor abgesackt wird.

Ab Mittag wird das Wetter besser. Es ist meistens trocken und die Sonne lässt sich erahnen.

Wir benötigen dringend mehr Bleche für das Ausbreiten der Kohle. Ich frage mal beim Bauhof der Gemeinde nach und dort werden uns einige alte Alubleche zur Verfügung gestellt, die wir auch sofort abholen. Vielen Dank an die Gemeinde Borchen !

Die jetzt erheblich vergrößerte Blechfläche lässt das Herausbrechen von viel mehr Kohle in einem Arbeitsgang zu und das bessere Wetter tut ein Übriges.

Ab 14.00 Uhr kommt die Spätschicht mit Andreas Langen und den Husener Auszubildenden und Herr Wallmeier von der Altenauschule stößt mit Bernhard Wegener und Christian Erhardt dazu. Das Kohle ernten geht prima und bis zum Abend haben wir insgesamt gut 1900 kg in den Säcken von denen schon über 500 kg verkauft sind.

Bis 20.00 Uhr haben wir den Meiler wieder geschlossen und dick mit Stübbe bedeckt.

Die Nachtschicht mit Herrn Rotmann, Clemens, Lukas und Savin sowie Sascha Bewermeier und Guido Posor ist pünktlich um 20.00 Uhr da. Der Meiler ist ruhig , aber während der Nacht sind sicher noch einige Katzenaugen zu stopfen.

Morgen wollen wir dann wieder mannstark Kohle ernten. Hoffentlich bleibt das Wetter so, wie es jetzt um 21.00 Uhr ist: klar und fast wolkenlos.

So, jetzt muss ich noch den Kohlenstaub von meinen Händen und aus dem Gesicht bekommen und dann ist Feierabend.

 

 

14.07.2004

Ausnahmsweise ist es heute morgen mal nicht am regnen. Um 7.30 Uhr bin ich am Meiler.

Die Stimmung ist gereizt, weil die Frühschicht mit Volker Wascher und den Altenauschülern sowie Michael Dorstewitz , Gregor Zilles, Christoph Kröger und Arne Brämisch schon früh den Meiler aufgebrochen hat und einiges an Kohle erntete. Die Mannschaft ruhte sich gerade am Feuer aus, als Jan Preller zum Meilerplatz kam und gleich wieder Kohle ausgebrochen werden musste.

Ich versuche, die Situation etwas zu beruhigen. Problematisch ist, dass die am Meiler tätige Mannschaft den Meiler so weit aufgebrochen hat, dass die geerntete Kohle zu dick auf den Blechen liegt und die Glutnester nur sehr schwer unter Kontrolle zu bringen sind. Wir brauchen viel Wasser zum Löschen und die Kohle benötigt lange Zeit, zum Trocknen.

Es erfordert schon einige Überzeugungskraft, der Meilertruppe klar zu machen, dass sie den Meiler erst mal wieder beruhigen muss und erst die Kohle auf den Blechen abtrocknen muss bevor sie in Säcke gefüllt wird.

Durch die zu heftige Attacke auf den Meiler und deren Folgen haben wir etwas Leerlauf.

Am späten Vormittag geht unser Wasservorrat zu Ende und Gregor muss frisches Wasser besorgen. Nachdem wieder Wasser da ist starten wir einen erneuten Aufbruch des Meilers. Diesmal wird nur eine kleine Ecke geöffnet und weniger Kohle herausgeholt. Die lässt sich besser auf den Löschblechen verteilen und mit weniger Wasser kontrollieren.

12.00 Uhr, es regnet immer noch nicht und der leichte Wind fördert das Trocknen der gelöschten Kohle.

 

Der Platz um den Meiler ist sehr aufgeweicht. Jan Preller ist Richtung Jugendwaldheim und will Rindenmulch besorgen, mit dem der Platz und dessen Zufahrt „trocken gelegt“ werden sollen. Jan bringt am frühen Nachmittag einen Anhänger mit feinem Mulch, den wir auf der oberen Zufahrt verteilen. Herr Schlüter vom Jugendwaldheim kommt später mit 2 Flachwagen Mulch, die er im größten Schlammbereich abkippt. Ich hoffe, der Platz stabilisiert sich bis Freitag zum Meilerfest.

 

Die Nachmittagsschicht mit Herrn Rammert, 2 Schülern und den Auszubildenden Guido Posor und Sascha Bewermeier ist da und wir starten wieder damit, den Meiler aufzubrechen um Kohle ernten zu können. Wir gehen wieder mit kleinen Aufbrüchen an den Meiler und ernten immer nur so viel Kohle, wie wir kontollieren können. Der Meiler wird danach schnell wieder dicht gemacht. So geht es am Nachmittag ruhig weiter. Eine Gruppe arbeitet an der Kohle und dem Meiler, während die zweite Gruppe Rindenmulch verteilt.

 

Am späten Nachmittag kommt Herr Schlüter noch einmal und bring wieder Mulch. Der Mann ist Gold wert.

 

19.15 Uhr, es regnet immer noch nicht.

Die ersten Leute der Nachtschicht kommen. Herr Schröder übernimmt mit 2 Mädchen und 3 Jungs und hat eine sehr angenehme Überraschung für Herrn Rammert und mich dabei, eine Flasche Bier. Die schmeckt wirklich vorzüglich nach der staubigen Arbeit am Meiler.

20.00 Uhr, es regnet. Wie könnte es auch anders sein? Ich gehe nach Hause.Wir haben jetzt 2900 kg in den Säcken und davon gut 600 kg verkauft.

Jetzt ist es 21.50 Uhr und es regnet immer noch. Mal sehen, was das Wetter morgen zu bieten hat.

15.07.2004

Nach einer verregneten Nacht bin ich um 7.40 Uhr beim Meiler. Die Frühschicht mit Franz-Josef Salmen, Volker Wascher, 3 Schülern und den Auszubildenden Arne Brämisch, Christoph Kröger und Pierre Buchholz ist bereits dabei, Kohle zu ernten. Es herrscht mal wieder Streß. Die Truppe am Meiler bricht zu schnell Kohle heraus und die Löschtruppe hat Probleme mit den Glutnestern. Ich ordne zunächst an, dass der Meiler wieder abgedichtet und beruhigt wird, um die Kohle auf den Blechen in Ruhe zu löschen und absacken zu können. Danach wird nur soviel Kohle ausgeräumt, wie auch, ohne ein Tauchbad zu veranstalten, abgelöscht werden kann.

Der Meiler ist heute mit Absperrband umgeben, weil die Altenauschule mit allen Klassen eine Sternwanderung veranstaltet, die auch am Meiler vorbei führt

Gegen 9.00 Uhr kommen die ersten Schüler der Altenauschule am Meiler an. Ein Grillteam der Schule hat Würstchen und Getränke vorbereitet.

Die Schüler staunen nicht schlecht über die schwarzen Menschen, die am Meiler arbeiten.

Nach und nach trudeln immer mehr Schüler ein. Ich kann genau beobachten, wie sich viele Schüler interessiert über den Meiler informieren. Andere setzen sich gleich auf die Bänke vor der Köhlerhütte und spielen Gameboy. Man kann nicht alle erreichen.

Am Meilerplatz herrscht jetzt ein Kommen und Gehen. Die ersten Klassen verlassen den Platz schon wieder, dafür erscheint der Kollege Wessel mit einer Kindergartengruppe aus Oberntudorf. Ich erkläre den Kindern unseren Meiler und die Arbeiten, die jetzt zu verrichten sind. Übrigens ist das Wetter seit heute morgen regenfrei.

Es ist 10.45 Uhr und alle Klassen der Altenauschule sind durch. Der Grill ist geschlossen, aber es erscheinen schon wieder Menschen mit Würstchen, Kuchen und Getränken. Eltern der Klasse der Gesamtschule Friederich von Spee, die sich mit ihrem Lehrer, Herrn Ferlemann, angemeldet hat, bereiten alles für die Schüler, die mit dem Fahrrad kommen, vor. Die Schüler sind um 11.15 Uhr am Meiler und lassen sich unser gutes Stück erklären.

Unsere Arbeiten am Meiler gehen in Ruhe weiter und er schrumpft immer schneller. Die 3500 kg Marke ist geknackt.

Am Mittag bringt uns Herr Schlüter wieder Rindenmulch. Der Mulch wird mit dem kleinen Radlader von Herrn Meschede verteilt. Den Radlader hat uns Herr Meschede freundlicher Weise ausgeliehen. Vielen Dank dafür.

Wir beschließen, einen Rest vom Meiler für das Köhlerfest stehen zu lassen, damit auch noch etwas von der Arbeit des Köhlers vorgeführt werden kann.

Gegen 16.00 Uhr ist Feierabend für die Leute vom Forstamt. Schüler sind seit 14.00 Uhr nicht mehr da.

Ich bleibe alleine am Platz zurück und räume noch etwas auf. Um 18.00 Uhr bringt Herr Schlüter noch feinen Rindenmulch, der morgen auf dem Platz verteilt werden soll.

Immer wieder kommen Besucher und lassen sich von dem „schwarzen Mann“ den Meiler erklären. Um 18.30 Uhr besucht mich meine Frau ( ...ja, sie kennt mich noch) und bleibt bis 22.20 Uhr mit mir am Meiler. 2 Ehepaare aus Borchen besuchen uns noch am Meiler und sitzen mit uns eine Stunde am Feuer, um über den Meiler zu klönen.

Um 22.10 Uhr kommt Forstwirtschaftsmeister Salmen mit Sohn und löst uns ab. Ich komme um 22.20 Uhr zu Hause an und..............................es regnet.

 

 

16.07.2004

Nach einer kurzen Nacht bin ich um 7.30 Uhr wieder am Meiler. Das Wetter ist durchwachsen, mal regnerisch, mal trocken. Hubert Schäfers hat ab 24.00 Uhr die Nachtwache gehalten. Hubert schläft, als ich auf den Platz komme. Nachdem ich ihn „sanft“ geweckt habe, erzählt er, dass der Meiler, oder besser, der Rest, der von ihm übrig ist, zweimal Glut gezeigt habe. Die Nacht war aber sonst ruhig.

Gegen 8.00 Uhr kommt Stefan Fromme. Wir verteilen noch etwas von den feinen Hachschnitzeln, um den Platz für das Meilerfest weiter zu stabilisieren. Volker Wascher ist auch schon da und will Schüler aus der Altenauschule holen, damit diese beim herrichten des Platzes helfen können. Volker verschwindet zunächst für 1 ½ Stunden. In der Zwischenzeit kommt Jan Preller mit Stefan Langen, um Sitzbänke zu bringen. Die Vorbereitungen auf das Meilerfest nehmen ihren Lauf. Der Platz sieht um 13.30 Uhr schon sehr gut aus.

Um 14.00 Uhr erscheinen die Männer vom Historischen Landmaschinenverein Borchen mit dem Brotbackofen. Auf Grund der schlechten Witterung hatten wir im Vorfeld gedacht, den Ofen im Frauental aufzustellen. Die Männer vom Historischen Landmaschinenverein möchte aber lieber auf den Platz. So kommt es, dass der 5 Tonnen schwere Ofen auf unsere Meilerwiese gezogen wird. Mal sehen, ob der wieder hier heraus kommt ?!

Der Platz füllt sich immer mehr. Ein Hufschmied entfacht sein Schmiedefeuer mit Kohle aus unserem Meiler. Die Schüler und Lehrer der Altenauschule bringen Getränke, Würstchen, Kaffee und Kuchen Ein Grünholzdrechsler kommt mit dem Motorrad mit Beiwagen und weiß auch noch nicht, wie er wieder von unserer Meilerwiese herunter kommen soll. Zunächst baut er aber seine Wibbel auf, eine transportable Drechselbank, die mit dem Fuß angetrieben wird. Die Kinder belagern den Grünholzdrechsler Elmar. Darius, das Rückepferd von Josef Leiffels, soll neue Hufeisen bekommen. Das Schmiedefeuer ist schon sehr gut und der Schmied beginnt, das Eisen zu bearbeiten.

Franz-Josef Salmen und Arne Brämisch zeigen, wie Holzkohle aus dem Meiler geworben wird und ich habe Gelegenheit, viele nette Gespräche zu führen.

Am späteren Nachmittag versammeln wir uns an der Köhlerhütte, um uns bei Herrn Ulrich für die tolle Arbeit und Anleitung am und um den Meiler zu bedanken. Jan Preller hat für Frau Ulrich eine Blumenschale besorgt und Herr Ulrich bekommt ein sehr schönes, gerahmtes Foto, was ihn im Dampf auf dem Meiler zeigt.

Herr Lödige findet die passenden Worte dazu. Die Altenauschule überreicht Herrn Ulrich einen gefüllten 15,- kg Holzkohlesack mit den Unterschriften aller „Abenteuer Natur“ Schüler.

Die Zeit schreitet fort und, es ist 19.45 Uhr, der Platz leert sch so langsam. Die Männer mit dem Brotbackofen wollen los. Der riesige Schlüter-Schlepper zieht den 5 Tonnen schweren Ofen zunächst von der untersten Ecke der Wiese bis zur Köhlerhütte. Die Räder am Anhänger drehen sich nicht mit. Der Schlüter zieht den Ofen dann im 3. Anlauf heraus. Jetzt stellt sich ein Problem: Der Landrover von Volker Wascher steht auch unten auf der Wiese und schafft es garantiert nicht durch die tiefen Spuren, die der Schlüter gezogen hat.

Unser Grünholzdrechsler Elmar ist mit seinem Motorradgespann den Fußweg ins Frauental herunter gefahren. So kann man das auch machen.

Für Volkers Landrover suchen wir eine günstige Fahrmöglichkeit hinter der Köhlerhütte durch. Volker hat auch noch seinen Pinzgauer mitgebracht, der zum Kohlentransport besonders gut geeignet ist. Jan Preller hat den Traffic mit Anhänger vom Jugendwaldheim organisiert und möchte damit die Bänke zurück transportieren und noch Kohle in Säcken mitnehmen.

Nachdem der Anhänger voll beladen ist, zieht ihn der Traffic keinen Meter mehr weiter. Volker Waschers Landrover wird vorgespannt, bewegt den Anhänger jedoch auch nicht weiter. Es bleibt nur eins, Josef Leiffels muss ran. Josef muss noch kurz sein Schnitzel aufessen und ist kurze Zeit später da.

Für den 100er Deutz ist die stecken gebliebene Fuhre ein Klacks.

Unser Meilerfest nähert sich dem Ende und ich muss sagen, dass Alle ganz toll an unserem Meiler mitgearbeitet haben.

Herzlichen Dank dafür!

Morgen Vormittag wird noch etwas aufgeräumt und dann ist der Meiler in Gellinghausen abgeschlossen.

 

 

17.07.2004

Heute durfte ich mal etwas länger schlafen und bin jetzt um 8.30 Uhr an der Meilerwiese. Stefan Fromme ist schon da, so dass wir mit dem Abbau beginnen.

Volker Wascher erscheint auch und mit Christian Erhard bekommen wir noch weitere Hilfe.

Wir vier haben den Platz schnell wieder hergerichtet und abgeräumt und um 13.00 Uhr sind alle Werkzeuge, Infotafeln, Ablöschbleche und, und, und wieder verstaut.

Ich denke, mit ein paar Tagen Abstand kommt die Meilersehnsucht, oder wie man das nennen soll, zurück und, wer weiß, vielleicht ist es ja doch nicht der letzte Meiler in Gellinghausen.

 

 

11.08.2004

Ich habe heute von der Klasse 1b der Grundschule Etteln eine sehr schöne Mappe mit Bildern vom Kohlenmeiler bekommen, über die ich mich sehr gefreut habe.

Hier die Bilder:

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Mai 2010 um 09:47 Uhr